Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin…
Mitte Juni verbrachte der 10. Jahrgang mit 6 Lehrkräften drei spannende Tage in der Hauptstadt. Eine geschichtliche Stadterkundungs-Rallye zu Beginn und der Besuch des ehemaligen Stasi-Gefängnisses in Hohenschönhausen am Abreisetag gehörte zum festen Programm, andere Aktivitäten konnten die Schülerinnen und Schüler nach Interesse wählen. Vom DDR-Museum über die Nationalgalerie bis hin zu den Museen für Technik und Naturkunde war alles dabei. In der Freizeit eroberten die Zehntklässler die Shopping-Malls und Dönerläden Berlins. Insgesamt hat es allen gut gefallen, besonders gelobt wurde hinterher der vielseitige Berliner Nahverkehr!







Klassenfahrt nach Berlin – Der 10. Jahrgang unterwegs
Vom 6. bis zum 8. Juni 2026 fuhr der gesamte 10. Jahrgang unserer Schule für drei Tage nach Berlin. Begleitet wurden wir von Herrn Ramm, Frau Keita, Frau Siegmund und Herrn Rohm.
Tag 1: Dienstag, 9. Juni – Anreise und Stadtrallye
Am Dienstagmorgen trafen wir uns am Hauptbahnhof Kiel. Die Fahrt führte uns zunächst von Kiel nach Hamburg, wo wir in den Zug nach Berlin umstiegen. Beide Fahrten verliefen entspannt und ohne Probleme – die Zeit wurde mit Spielen, Gesprächen, Essen, Schlafen und dem Handy überbrückt.
Nach unserer Ankunft in Berlin ging es mit der Straßenbahn weiter zur Jugendherberge. Dort wurden wir auf die Zimmer aufgeteilt und hatten kurz Zeit, uns frisch zu machen, bevor es direkt weiterging: Auf dem Programm stand eine Stadtrallye durch Berlin, die bei allen für viel Spaß sorgte.
Tag 2: Mittwoch, 10. Juni – Museumsbesuche
Meine Gruppe fand den richtigen Weg nicht sofort und kam dadurch etwas in Verzug. Über der Rallye hatten wir das Mittagessen völlig vergessen. Der Versuch, uns spontan etwas zu bestellen, wurde uns leider nicht erlaubt. Auf dem Rückweg zur Jugendherberge trafen wir schließlich auf Herrn Ramm, der uns freundlicherweise zu einem Dönerladen begleitete. Dort konnten wir gegen 23 Uhr endlich etwas essen.
Am nächsten Morgen gab es Frühstück ab 7:00 Uhr, weshalb die meisten von uns früh aufstanden. Um 8:30 Uhr trafen sich alle drei Museumsgruppen fertig gemacht vor dem Hostel. Ich selbst war zusammen in der Gruppe, die das Jüdische Museum besuchte. Die Besuche begannen gegen 10:00 Uhr und dauerten bis etwa 11:30 Uhr. Wir sahen uns dort unter anderem den Garten mit den schiefen Säulen an, der bei uns allen ein merkwürdiges Gefühl auslöste. Auch die übrigen Ausstellungen waren sehr interessant, besonders die Installation mit den eisernen Gesichtern, über die man laufen konnte. Während meine Freunde darüber gingen und wieder zurückkamen, hatte ich dabei ein derart mulmiges Gefühl, dass ich es nicht über mich brachte, selbst darüber zu gehen.
Zwischen dem Besuch des Jüdischen Museums und dem Nachmittagsprogramm hatten wir ungefähr anderthalb Stunden Zeit zur freien Verfügung. Hannes und ich trafen uns mit dem Rest unserer Freundesgruppe im „Nhas City Chicken”, einem in Berlin sehr bekannten Hähnchen-Imbiss, wo wir ein sehr leckeres Essen bestellten. Dort trafen wir auf andere Wellingdorfer Zehntklässler, die schon vor uns da waren. Nach dem Essen zogen wir weiter, eigentlich auf der Suche nach einem sogenannten Fruit-Bowl-Laden – dort bekommt man frisches Obst mit Schokolade übergossen im Becher. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir zufällig einen Adidas-Laden und schauten uns dort um, weil es einige coole Sachen gab; da diese aber ziemlich teuer waren, kaufte am Ende niemand etwas.
Am Nachmittag ging es für die Gruppen unterschiedlich weiter: Eine Gruppe traf sich um 14:30 Uhr am Technik-Museum in der Trebbiner Straße. Eine weitere Gruppe traf sich ebenfalls um 14:30 Uhr am DDR-Museum in der Karl-Liebknecht-Straße; dieser Gruppe gehörte ich an. Die dritte Gruppe traf sich bereits um 13:30 Uhr am Hauptbahnhof, Ausgang Richtung Bundestag, um die Ausstellung Dark Matter zu besuchen, begleitet von Frau Keita und Frau Köhler.
Der Besuch des DDR-Museums war sehr interessant. Ich verbrachte die meiste Zeit mit Pia, und gemeinsam sahen wir uns die verschiedenen Ausstellungsstücke an – zum Beispiel die nachgebaute Wohnung, deren Zimmer sehr gemütlich und altmodisch eingerichtet waren; auch die Küche und die Toilette waren sehenswert. Ein besonderes Highlight war ein Aufzug, der Teil der Ausstellung war: Zunächst fühlte es sich so an, als würde man tatsächlich an einem ganz anderen Ort ankommen, doch tatsächlich handelte es sich um einen kleinen Scherz der Ausstellung – wir merkten erst später, dass wir die ganze Zeit noch Teil der Wohnungsausstellung gewesen waren.
Nach dem Besuch des DDR-Museums bewegten wir uns noch einmal durch die Stadt. Ich ging mit den anderen zu einem Ort mit sehr viel Graffiti, wo wir ein paar Fotos machten. Ehrlich gesagt waren wir zu diesem Zeitpunkt schon alle ziemlich erschöpft.
Am Abend gab es für uns zwei Möglichkeiten: Die Disco Matrix zu besuchen oder ein Science Slam im Zeiss-Großplanetarium mitzuerleben. Ich selbst ging zum Zeiss-Großplanetarium in der Prenzlauer Allee.
Der Weg zum Planetarium wurde dann ziemlich turbulent: Fast alle Handys in unserer Gruppe hatten inzwischen keinen Akku mehr oder keine mobilen Daten, sodass wir uns die Route merken mussten und entsprechend lange unterwegs waren. Zeitweise hatten wir Sorge, die falschen Busse zu nehmen, weshalb sich die Fahrt mit Bussen und der Straßenbahn ziemlich in die Länge zog.
An der Straßenbahnhaltestelle stand plötzlich eine Bahn komplett still, und zunächst wusste niemand, was los war. Nach etwa 20 Minuten hingen deswegen noch drei weitere Bahnen fest, weil an der Haltestelle immer nur eine Bahn gleichzeitig halten konnte. Wir gerieten ziemlich in Sorge und schrieben Herrn Rohm eine Nachricht, dass wir etwas später kommen würden. Nach einer längeren Wartezeit und einigen Anrufen konnten wir schließlich einsteigen.
Ab da wurde es hektisch: Es kamen etwa zehn Anrufe von verschiedenen Personen, die wissen wollten, wo wir blieben und warum es so lange dauerte. Uns wurde vermittelt, die Lehrkräfte seien sehr verärgert – im Nachhinein stellte sich heraus, dass das so nicht ganz stimmte. Herr Ramm zum Beispiel war sehr verständnisvoll und blieb entspannt. Da in unserer Gruppe praktisch nur noch ein Handy funktionierte, musste ich mich um sämtliche Anrufe und Informationen kümmern. Als wir schließlich ausstiegen, rannten wir los. Ein weiterer Anruf teilte uns mit, dass man uns nach Ablauf von zehn Minuten nicht mehr hereinlassen würde. Ich beschrieb unseren Standort und bekam die Rückmeldung, dass wir uns tatsächlich auf der komplett falschen Seite Berlins befänden. Zum Glück schickte mir Nils über Pias Handy seinen Standort, der gar nicht so weit entfernt lag – etwa fünf Minuten zu Fuß. Nachdem wir kurz in die falsche Richtung gerannt waren, korrigierten wir den Kurs und schafften es gerade noch rechtzeitig.
In dieser stressigen Situation kochten die Gemüter in der Gruppe zwischenzeitlich etwas hoch, und es fielen die ein oder andere unnötige Bemerkung – auch von mir. Mittlerweile ist die Situation vor allem als Insider-Witz in der Klasse bekannt.
Im Planetarium angekommen, nahmen wir zunächst an einem Science Slam teil. Es gab mehrere kurze Vorträge, unter anderem zu Lungenkrankheiten, Germanistik und Künstlicher Intelligenz. Herr Ramm hatte sichtlich Spaß dabei und regte sich – trotz der turbulenten Verspätung zuvor – über nichts mehr auf. Im Anschluss gab es dann noch die Show zum Berliner Sternenhimmel sowie das reguläre Programm des Planetariums.
Tag 3: Donnerstag,11. Juni – Gedenkstätte Hohenschönhausen und Heimreise
Am letzten Tag trafen wir uns um 8:30 Uhr in der Lobby, nachdem wir gefrühstückt, unsere Betten abgezogen und das komplette Gepäck nach unten gebracht hatten – dieses wurde für die Dauer des Vormittags eingeschlossen. Anschließend besuchten wir die Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, wofür wir in drei klassenweise eingeteilte Gruppen aufgeteilt wurden. Der Besuch war sehr interessant, auch wenn die Müdigkeit vom Vortag bei mir und einigen meiner Freunde deutlich zu spüren war – mehrfach wären wir beinahe eingeschlafen. Trotzdem blieb die Stimmung gut, und im Nachhinein hätte ich mir gewünscht, aufmerksamer gewesen zu sein und mehr nachgefragt zu haben. Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir die Zellen, die je nach Zeitperiode sehr unterschiedlich gestaltet waren.
Nach dem Besuch holten wir unser Gepäck ab und fuhren gemeinsam zum Hauptbahnhof, wo wir noch etwas Zeit hatten, um essen zu gehen und Proviant für die Heimfahrt zu besorgen. Kurz darauf wurde Hannes plötzlich schlecht; ich begleitete ihn zu einer Apotheke, wo wir Medikamente besorgten, die allerdings nicht sofort für große Besserung sorgten.
Danach ging es zu unserem Gleis und mit dem Zug zurück nach Hause. Die Fahrt endete planmäßig um 18:40 Uhr am Bahnhof Kiel.
Stimmen aus der Klasse
Hannes: “Ich fand die Berlinfahrt toll, man hatte genug Freizeit und das von den Lehrern bestimmte Programm war auch gut. Insgesamt eine famose Fahrt.”
Inga: “Die Berlinfahrt war eine schöne Erfahrung. Wir waren in vielen spannenden und interessanten Museen. Jeder konnte sich zwei Museen aussuchen, die einen am meisten interessieren. Aber auch das Stasi-Gefängnis war sehr spannend und interessant. Es war besonders spannend, dass es noch alles erhalten war und man sich genau angucken konnte, wie es früher war und wie die Zustände waren.”
Mia: “Die Berlinfahrt war für alle eine neue Erfahrung. Wir waren noch nie so viele Schülerinnen und Lehrerinnen. Man hat viele neue Menschen kennengelernt und neue Freundschaften geschaffen (auf jeden Fall ich). Auch wenn es mal stressig war, jeder hat es genossen und ist mit tollen Erinnerungen wieder nach Hause gefahren.”
Alper: “Ich persönlich fand die Berlinfahrt super! Ich habe viele berühmte Personen getroffen. Außerdem konnte ich sehr viel Leckeres essen, am besten war der Döner von Yunus und Emre. Die Museen waren ebenfalls sehr interessant, das Naturkundemuseum war richtig cool und dort habe ich auch vieles Neues lernen dürfen. Im Hotel war es auch super, weil die Zimmer ordentlich und schön waren und das Frühstück lecker war. Diese Fahrt vergesse ich niemals!”
Alexandra: “Am besten in Berlin hat mir das Planetarium gefallen. Es war entspannt und spannend. Dort gab es einen Science Slam mit Vorträgen zu Lungenkrankheiten, Germanistik und Künstlicher Intelligenz, die mir gut gefallen haben. Danach haben wir den Sternenhimmel angeguckt. Es war auch interessant, sich mit den Bahnen fortzubewegen – so eine Erfahrung hatte ich vorher nur einmal gemacht. In Berlin reichte uns eine Straßenbahn, um unsere drei Klassen zu transportieren, während wir dafür in Kiel mehrere Busse bräuchten.”
Ein weiterer Mitschüler: “Das Naturkunde-Museum war sehr interessant. Der Döner hat hervorragend geschmeckt. Die Zeit war ein wenig zu knapp. Das Hotel war gut.”
Anas, Klasse 10c