Ehemaligen

Dr. Werner Busch

Dr. Werner Busch wurde 1941 in Wolfsburg geboren. Nach dem Abitur 1960 studierte er Germanistik, Geschichte und Philosophie in Bonn, Poitiers und Marburg. Schon während des Studiums in Marburg lernte er seine Frau Almut kennen, sie heirateten und er folgte ihr nach Kiel, wo sie ihr Studium fortsetzte. Er selbst trat in den schleswig-holsteinischen Schuldienst ein. Nach seiner Referendarzeit wurde er Lehrer am Gymnasium des Bildungszentrums Mettenhof und avancierte mit erst 33 Jahren zum stellvertretenden Schulleiter. Neben seiner schulischen Tätigkeit und seinen Aufgaben als Vater von drei Töchtern schrieb er an seiner Doktorarbeit über Kant und wurde 1977 promoviert.

Aber die Hinwendung zur Philosophie ist nicht die einzige des vielseitig Interessierten. Klassische Musik spielt eine wichtige Rolle im Leben des Werner Busch. Schon früh erlernte er das Geigenspiel und praktiziert es noch heute. Außerdem ist er – wie seine Frau auch – ein begeisterter Chorsänger und ist jetzt zu Weihnachten wieder in einem Weihnachtsoratorium zu hören. Während seiner Dienstzeit hatte er neben dem aktiven Musizieren auch zehn Jahre lang den Vorsitz des Regionalausschusses von „Jugend musiziert“ inne und hat in dieser Funktion 1991 den gesamtdeutschen Wettbewerb nach Kiel geholt und organisiert.

Die Liebe zu Kant sollte ihn von nun an begleiten. Dieser war nicht nur ein Lieblingsthema im Philosophieunterricht, sondern auch seine noch heute wahrgenommenen ehrenamtlichen Tätigkeiten im Fachverband Philosophie, in der Association Internationale des Professeurs de Philosophie, dessen Präsident er seit 2006 ist, liegen darin begründet. Nach seiner Pensionierung 2006 nach 24 Jahren als Direktor des Gymnasiums Wellingdorf gründete Dr. Busch die Kieler Kant-Gesellschaft, deren Vorsitzender er auch ist.

Ja, die Enkelkinder – bisher sieben an der Zahl – sind der große Stolz des Opas. Wenn sie mit ihren Eltern, wie jetzt zu Weihnachten wieder alle einbrechen, dann ist Werner Busch die Freude ins Gesicht geschrieben. Bestimmt gibt es dann wieder seinen berühmten Apfelkuchen, von ihm selbst gebacken!
Bei all den vielen Aktivitäten bleibt Dr. Busch dem Gymnasium Wellingdorf verbunden, was sich auch darin zeigt, dass er jetzt seine Kraft auch in dem Verein der Ehemaligen als zweiter Vorsitzender einsetzt.

Ein weiteres Betätigungsfeld des Unermüdlichen: Seit 2007 ist er Dozent im Masterstudiengang Schulmanagement der Christian-Albrechts-Universität in Kiel.
Neben seinen geistigen und musischen Engagements findet man Dr. Busch auch in der Natur. Entspannung findet er in seinem Sommerhaus an der Schlei. Außerdem sind er und seine Frau begeisterte Radfahrer und Wanderer. Auf den Wandertouren, die meist in den Herbstferien in den Alpen stattfinden, werden jetzt schon die Enkelkinder trainiert, die sich darauf freuen, mit Opa und Oma, Berge zu erklimmen.

Louise Raetzell

Louise Raetzell wurde 1945 in Unterfranken/ Bayern geboren und absolvierte den größten Teil ihrer Schulzeit in Augsburg, wo sie 1965 ihr Abitur ablegte und dann sofort nach Kiel zog, da sie schon in der Obersekunda ihren jetzigen Mann in London kennen gelernt hatte. Dieser Umzug sollte zunächst nur für eine Übergangszeit von zwei Jahren sein, da die Planung war, dass ihr Mann nach seinem Examen mit ihr back to the roots, also zurück nach Bayern, gehen sollte. Sie jedoch hatte die Norddeutschen – nach anfänglichen Schwierigkeiten – und die Landschaft so ins Herz geschlossen, dass daraus eine lebenslange Liebe und damit eine dauerhafte Bleibe erfolgte.

In Kiel studierte sie Germanistik, Anglistik und Amerikanistik. Nach dem ersten Staatsexamen ging es an die Max-Planck-Schule, wo sie ihre Referendarzeit absolvierte. Anschließend arbeitete sie 35 Jahre am Gymnasium Wellingdorf und unterrichtete dort die Fächer Deutsch und Englisch. Zu Beginn der 90er Jahre studierte Frau Raetzell neben ihrer Tätigkeit am Gymnasium Wellingdorf in Hamburg Kultur- und Bildungsmanagement.

Von 1980 bis 2001 leitete sie die Theater Ag am Gymnasium Wellingdorf.  Aber auch später inszenierte sie auf Wunsch der Schüler und Schülerinnen Theaterstücke, die aus dem Unterricht erwuchsen. Im Ganzen wurden von ihr 26 Produktionen auf die Bühne gebracht.

Sieben Jahre leitete Frau Raetzell die Mittelstufe, bis sie 2000 die Stellvertreterin von Herrn Dr Busch, dem damaligen Schulleiter, und später von Herrn Borstelmann wurde.

Zum August dieses Jahres verließ sie die Schule und bleibt ihr durch einige Aktivitäten jedoch verbunden. So wird sie mit Frau Albert zusammen die erfolgreichen PAD-Kurse weiterführen, die am Gymnasium Wellingdorf eine langjährige Tradition haben. Außerdem wurde sie zum 1. September 2010 zur Vorsitzenden des Ehemaligenverein gewählt. Herr Dr. Busch ist jetzt ihr Vertreter, ein Rollentausch, den beide mit Schmunzeln wahrnehmen.

Frau Raetzell hat drei Söhne, die sie weder beim Studium noch während ihrer Berufszeit davon abhielten, immer eine volle Stelle am Gymnasium Wellingdorf  auszuüben. Mittlerweile hat sie drei Enkelkinder, um die sie sich gerne kümmert. Darüber hinaus arbeitet sie ehrenamtlich für die Studienstiftung der Deutschen Wirtschaft, engagiert sich für die Afrika-Organisation Go Ahead und macht es sich dort zur Aufgabe, dass Kinder, die den Aidsvirus in sich tragen, eine ordentliche Schulbildung, aber vor allem auch, dass die afrikanischen BetreuerInnen eine Ausbildung nach unseren Standards als zukünftige Lehrkräfte erhalten.

Jürgen Laudi

Jeden Dienstag ist der ehemalige Kollege bei der Hausaufgabenhilfe und erklärt die schwierigen Probleme der Mathematik und der Physik, die manche der Schüler und Schülerinnen nicht verstanden haben. Mit unendlicher Geduld ist er dabei.

Dabei ist er auch im Ehemaligenverein des Gymnasiums als Beisitzer im Vorstand. Daher wollen wir denen, die ihn noch nicht kennen oder nur dunkel in Erinnerung haben, als er noch an unserem Gymnasium Lehrer war, vorstellen oder ins Gedächtnis zurückrufen.

Jürgen Laudi kam 1973 als Referendar ans Gymnasium Wellingdorf als sogenannter Quereinsteiger, hatte er doch sein Studium in Hannover 1966 mit dem Diplom in Physik abgeschlossen. Sieben Jahre arbeitete er an der Kieler Uni am Institut für Kristallographie. Eigentlich waren es aber nur fünf Jahre. Dazwischen zog es ihn hinaus in die weite Welt. Jürgen Laudi erhielt nämlich ein Stipendium für down under, für die Universität in Melbourne, das er in den Jahren 1968 und 1969 wahrnahm. Zurück in Kiel merkte er bald, dass die Tätigkeit in Büro und Labor auf die Dauer nicht sein Ding war und tauschte folglich seinen Laborplatz mit dem Lehrerschreibtisch und unterrichtete von nun an Mathematik und Physik am Gymnasium Wellingdorf. Nach der Referendarzeit durfte er bei uns bleiben und das mit einer Unterbrechung von zwei Jahren bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2004.  In den Jahren 1995 bis 1997 wurde Jürgen Laudi an die Grund- und Hauptschule Schönkirchen abgeordnet. Diese Zeit hat er jedoch nicht in allerbester Erinnerung, aber nicht wegen der Schüler. Umso mehr genoss er dann wieder das Unterrichten am Gymnasium Wellingdorf. Dies wird in seiner Abschiedsrede deutlich, in der er sein Verhältnis zu unseren Schülern und Schülerinnen und deren Eltern beschreibt und aus der ich jetzt hinsichtlich der Schüler zitiere:

„… All die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die mit ihrer Individualität, mit ihrer guten Handschrift oder einer Sauklaue, mit Fleiß oder gelassener Faulheit, mit Gewissenhaftigkeit oder zuverlässiger Vergesslichkeit, mit Neugier oder bereits gesättigt, aber immer kameradschaftlich und fair und mit vertrauensvoller Offenheit diese 30 Jahre mit prallen Leben füllten. Sie als Weggefährten ziehen lassen zu müssen, tut weh. Von allem, was Schule für mich war, werden sie mir besonders fehlen.“ Und was macht Jürgen Laudi sonst noch so: Er geht mit Frau und Hund Theo auf Reisen. Aber diese Reisen sind etwas Besonderes – Geocaching wo? In Schweden, den USA, Canada, Costa Rica – letzteres ist nach seiner Meinung besonders interessant – und anderswo. Außerdem beschäftigt er sich intensiv mit Familienforschung und seine beiden Söhne spielen selbstverständlich auch Hauptrollen im Leben der Laudis und natürlich bleibt und ist Jürgen Laudi seiner Schule nach wie vor eng verbunden, was ja schon gesagt wurde.

Ingrid Haupt

Ingrid Haupt, geboren am 22. September 1941 in Kiel, wuchs zunächst in Dresden auf, wo sie bei einem der schweren Bombenangriffe im Februar 1945 ihre Mutter verlor. Eine Tante in Freiberg/Sachsen, der Geburtsstadt ihres Vaters, nahm sich ihrer an, bis dieser aus den Wirren des Krieges und der Gefangenschaft heimkehrte und im Frühjahr 1948 in Schleswig-Holstein wieder beruflich Fuß fassen konnte. Nach dem ersten Grundschuljahr in Kellinghusen und drei weiteren Jahren in Kiel besuchte sie ab Ostern 1952 das Gymnasium Wellingdorf. Nach Abschluss der Klasse 10 ging sie trotz guter Leistungen ab, weil die wirtschaftliche Situation ihrer Familie einen weiteren Schulbesuch nicht mehr zuließ, und absolvierte eine Ausbildung zur Bankkauffrau.

Im Jahr 2010 blickt sie auf 49 Ehejahre zurück, hat drei verheiratete Töchter und 8 Enkelkinder. Mit ihrem Mann, einem Berufsoffizier der Luftwaffe und späteren Vorstandsmitglied einer großen deutschen Hilfsorganisation, hat sie ab Oktober 1961 an 13 verschiedenen Standorten gelebt. 1996 haben sich beide in Kronshagen niedergelassen.

Seit über 40 Jahren ist Ingrid Haupt eine passionierte Bridge-Spielerin. Ihre Leidenschaft für diesen Denksport hat sie als Übungsleiterin schon vielen Teilnehmern an Volkshochschulkursen weitergegeben, von 2002 bis Ostern 2010 auch in einer Bridge-AG am Gymnasium Wellingdorf. Dem Ehemaligenverein Gymnasium Wellingdorf e.V. gehört sie seit dessen Gründung im Jahr 2000 als dessen Kassenwartin an.