Philosophie-Projekt: Meine ideale Stadt Kiel

Philosophie-Projekt: Meine ideale Stadt Kiel


Der Philosophie-Kurs 6ac hat sich im Rahmen der Unterrichtseinheit „Raum und Zeit als Ordnung der Wahrnehmung und der Wirklichkeit“ vom 17.02.-13.03.2026 mit der Frage nach der Gestaltung von Raum beschäftigt.

Angestoßen durch die Diskussion um eine Stadtbahn in Kiel, wurde den Schülerinnen und Schülern die Frage gestellt, wie für sie die Stadt Kiel idealerweise aussehen würde: Wie würdet ihr Kiel gestalten und warum so?

Für die Erarbeitung hatten die Schülerinnen und Schüler 6 Schulstunden Arbeitszeit. Es durfte nach freier Wahl in einer Gruppe oder allein gearbeitet werden.

Zuerst wurde überlegt und eine Liste angefertigt mit dem, was in ihrer Stadt erwünscht oder gebraucht wird, z.B. Wohnungen, Fahrradwege oder ein Einkaufsladen. Dann haben die Schülerinnen und Schüler eine Skizze angefertigt, um einen Plan zur Stadtstruktur zu entwickeln. Danach wurde ein detaillierter Stadtplan im DinA3-Format ausgearbeitet. Wichtig war insgesamt zu überlegen, welche Elemente und warum diese in der Stadt enthalten sind, wo diese sind und warum sie dort sind. Der Maßstab war sekundär. Schließlich haben die Schülerinnen und Schüler ihre gesamten Überlegungen in einer Präsentation dargelegt und in einer Verschriftlichung festgehalten.

Die Projektarbeiten waren in der Darstellung und im Inhalt unterschiedlich: Es wurden beispielsweise eine Pokémon-Stadt erbaut und eine Stadt, die sich besonders für Kinder und deren Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten einsetzte, sowie eine Stadt ohne jedwede Religion.

Wir haben im Rahmen dieser Projektarbeit erkannt, dass jede Gestaltung von Raum, z.B. eine Stadtplanung, davon abhängt, was man für wichtig, richtig und gut hält. 

Ist es einem wichtig, dass alle Bedürfnisse, z.B. Wohnen, Essen und Freizeitaktivitäten möglichst schnell erfüllt werden, dann gestaltet man die Stadt, so dass diese Elemente nah beieinander sind. Man gestaltet sie nach den individuellen Bedürfnissen, man vertritt ein subjektivistisches Stadtbild.

Ist es einem wichtig, dass die Stadt in Funktionseinheiten, z.B. Arztzentrum, Verwaltungsbereich, Erholungsbereich, Arbeitsbereich, Wohnbereich unterteilt ist, dann gestaltet man die Stadt nach den allgemein menschlichen Bedürfnissen, man vertritt ein objektivistisches Stadtbild.

Wir haben also erkannt, dass die Gestaltung und Strukturierung eines Raumes ein Ausdruck menschlicher Bedürfnisse ist.

Einige Kommentare schließen die Projektarbeit:

„Mir hat gut gefallen, dass wir allein entscheiden mussten, was am besten für unsere Stadt ist, was sie braucht, wie man es aufbauen muss, dass es für die Menschen gut ist, also was wohin muss und wie viel man braucht.“ 

„Mir gefällt daran, dass es sehr abwechslungsreich und es viel freie Arbeit war. Es hat auch unsere Kreativität gefördert anstatt stumpfer Aufgaben. Wir durfte auch unsere Partner selbst aussuchen, was dann auch mehr Spaß gemacht hat.“

„Ich fand nicht so toll, dass es vorgegeben war, Kiel zu gestalten.“

„Es war cool zu sehen, wie verschieden die Städte aufgebaut und gestaltet sind. Das Einzige, was ein bisschen blöd war, war, dass wir unter Zeitdruck standen.“

„Wir hatten sehr viel Spaß dabei!“

Ich bedanke mich herzlich bei meinen Schülerinnen und Schülern, dass ich so ideenreiche Projekte begleiten durfte.

Keana Struß

Hier können die Projektarbeiten einiger Schülerinnen und Schüler erkundet werden:


(Angelehnt an ein Projekt aus dem DenkRaum an der CAU-Kiel. Dort war das Thema 2021 „Urban Design“: https://www.denkraum.uni-kiel.de/de/denkraum-thema/projekte/gutes-leben)

Allgemeine Überlegungen zur Stadtplanung kann man bspw. hier nachlesen:  Jonas, C., Stadtplanerische und städtebauliche Leitbilder seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, ein Überblick, Wasmuth Verlag, Tübingen 2016