Jürgen Laudi

Jeden Dienstag ist der ehemalige Kollege bei der Hausaufgabenhilfe und erklärt die schwierigen Probleme der Mathematik und der Physik, die manche der Schüler und Schülerinnen nicht verstanden haben. Mit unendlicher Geduld ist er dabei.
Dabei ist er auch im Ehemaligenverein des Gymnasiums als Beisitzer im Vorstand. Daher wollen wir denen, die ihn noch nicht kennen oder nur dunkel in Erinnerung haben, als er noch an unserem Gymnasium Lehrer war, vorstellen oder ins Gedächtnis zurück rufen.
Jürgen Laudi kam 1973 als Referendar ans Gymnasium Wellingdorf als sogenannter Quereinsteiger, hatte er doch sein Studium in Hannover 1966 mit dem Diplom in Physik abgeschlossen. Sieben Jahre arbeitete er an der Kieler Uni am Institut für Kristallographie. Eigentlich waren es aber nur  fünf  Jahre. Dazwischen zog es ihn hinaus in die weite Welt. Jürgen Laudi erhielt nämlich ein Stipendium für down under, für die Universität in Melbourne, das er in den Jahren 1968  und 1969 wahrnahm. Zurück in Kiel merkte er bald, dass die Tätigkeit in Büro und Labor auf die Dauer nicht sein Ding war und tauschte folglich seinen Laborplatz mit dem Lehrerschreibtisch und unterrichtete von nun an Mathematik und Physik am Gymnasium Wellingdorf. Nach der Referendarzeit durfte er bei uns bleiben und das mit einer Unterbrechung von zwei Jahren  bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2004.  In den Jahren 1995 bis 1997 wurde Jürgen Laudi an die Grund- und Hauptschule Schönkirchen abgeordnet. Diese Zeit hat er jedoch nicht in allerbester Erinnerung, aber nicht wegen der Schüler. Um so mehr genoss er dann wieder das Unterrichten am Gymnasium Wellingdorf. Dies wird in seiner Abschiedsrede deutlich, in der er sein Verhältnis zu unseren Schülern und Schülerinnen und deren Eltern beschreibt und aus der ich jetzt hinsichtlich der Schüler zitiere:
„… All die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die mit ihrer Individualität, mit ihrer guten Handschrift oder einer Sauklaue, mit Fleiß oder gelassener Faulheit, mit Gewissenhaftigkeit oder zuverlässiger Vergesslichkeit, mit Neugier oder bereits gesättigt, aber immer kameradschaftlich und fair und mit vertrauensvoller Offenheit diese 30 Jahre mit prallen Leben füllten. Sie als Weggefährten ziehen lassen zu müssen, tut weh. Von allem, was Schule für mich war, werden sie mir besonders fehlen.“
Und was macht Jürgen Laudi sonst noch so: Er geht mit Frau und Hund Theo auf Reisen. Aber diese Reisen sind etwas Besonderes –  Geocaching wo? In Schweden, den USA, Canada,  Costa Rica – letzteres ist nach seiner Meinung besonders interessant – und anderswo. Außerdem beschäftigt er sich intensiv mit Familienforschung und seine beiden Söhne spielen selbstverständlich auch Hauptrollen im Leben der Laudis und natürlich  bleibt und ist Jürgen Laudi seiner Schule nach wie vor eng verbunden, was ja schon gesagt wurde.

Louise Raetzell